Schönheitsoperationen im Ausland
Schönheitsoperationen sind im Ausland bis zu 60% günstiger als bei uns. Eine Schönheitsoperation im Ausland bringt jedoch einige praktische Probleme mit sich: Zuerst muss der richtige Arzt gefunden werden, aber in vielen Ländern gibt es keinen Service, der bei der Arztsuche behilflich ist. Die eigene Recherche kann sehr umständlich sein, da bei größeren Distanzen eine Recherche vor Ort – neben den Sprachbarrieren – mit sehr großem Aufwand verbunden ist:
Hat der Patient schließlich einen qualifizierten Arzt gefunden, so sollte er unbedingt die Betreuung nach der Operation klären. Die Operation selbst dauert meist nur wenige Stunden, der Heilungsprozess dagegen zieht sich oftmals über Wochen hin, das endgültige Ergebnis ist bei den meisten Schönheitsoperationen erst nach Monaten sichtbar.
Die Nachuntersuchungen sind bei Schönheitsoperationen sehr wichtig, um den Heilungsprozess zu begleiten sowie bei auftretenden Schwierigkeiten sofort reagieren zu können. Eine medizinische Nachversorgung ist über größere Distanzen jedoch mit großem Aufwand verbunden – und zieht zusätzliche Reisekosten nach sich. Außerdem sollte auch bedacht werden, dass im schlimmsten Fall geringe Chancen bestehen, Schadensersatzansprüche geltend zu machen.
Auf den ersten Blick äußerst verlockend erscheinen Sorglospakete für Zahnoperationen im Ausland, die einen Preisvorteil von 50, 60 oder gar 70 Prozent versprechen, z.B. Ungarn, Polen, oder Tschechien. Gründe für diese Preisdifferenz sind vor allem niedrige Löhne, billigere Raummieten und geringere Laborkosten. Fast immer sind Vermittlungsagenturen die Anbieter. Zuerst sollte immer vom Zahnarzt zuhause ein Heil- und Kostenplan erstellt werden. Er umfasst alle notwendigen Schritte für die geplante Versorgung und ist kostenlos, wenn er Kassenleistungen enthält. Bei reinen Privatleistungen kostet er ca. 10 - 20 Euro. Danach wird der Kostenplan vorher der Krankenkasse zur Genehmigung vorgelegt.
Anschließend schickt der Patient den Heil- und Kostenplan an verschiedene ausländische Zahnärzte mit der Bitte um Aufstellung aller Kosten. So können exakt die Behandlungsleistungen und verwendete Materialien verglichen werden. Wofür genau steht der Preis? Hier ist detaillierte Auskunft wichtig. Ist beispielsweise in den Kosten für ein Implantat auch das Honorar des implantierenden Kieferchirurgen enthalten inkl. Betäubung und Röntgenbilder, oder sind dies Extrakosten? Ist der implantierende Arzt überhaupt Kieferchirurg oder geprüfter Implantologe? Welche Materialien von welchen Herstellern kommen zum Einsatz? Sind Nachbehandlungen nötig? Falls ja, wo finden diese statt?
Vor einer Entscheidung sollte man immer auf einer exakten Aufschlüsselung aller Kostenfaktoren bestehen, das sogenannte Kleingedruckte sorgfältig lesen. Anders als in Deutschland muss jede Zahnbehandlung im Ausland sofort bar bezahlt werden. Die anteilige Kostenerstattung durch Ihre Krankenkasse erfolgt erst nachträglich. Kassenzuschüsse gibt es nur bei ambulanten Behandlungen innerhalb der EU.
Ein ganz wichtiger Punkt sind auch die Reisekosten. Wenn die Behandlung wirklich mit Urlaub verbunden ist, können diese Kosten vernachlässigt werden. Entstehen die Reisekosten jedoch ausschließlich zur Zahnbehandlung, müssen diese hinzugerechnet werden. Für ein Implantat muss zwei bis drei Mal ein Hotel gebucht werden (Voruntersuchung, Knochenaufbau, Implantation, Freilegen der Implantate nach Einheilung , Herstellung des Zahnersatzes, Einsetzen des Zahnersatzes). Die Gesamtdauer der Behandlung erstreckt sich über ca. 7 Monate ! Um nicht ständig ins Ausland reisen zu müssen, haben einige ausländische Zahnärzte Abkommen mit deutschen Zahnärzten geschlossen, die im Notfall oder bei kleineren Nachbesserungen kostenlos aufgesucht werden können.
Auf Zahnersatz erhalten erhält man in Deutschland zum Beispiel zwei Jahre Garantie. Ausländische Zahnärzte gewähren bis zu 5 Jahren Garantie. Der Patient sollte in jedem Fall eine gleichwertige, schriftliche Garantie von mindestens 2 Jahren nach deutschem Recht verlangen.
