Schweißdrüsen-Entfernung (Hyperhydrose)
Hyperhydrose ist eine überschießende Schweißausschüttung (Achselhöhlen, Handflächen und Fußsohlen) Diese kann auch ohne körperliche Belastung auftreten. Sie kann viele Ursachen haben, z.B. Hormonfehlregulationen, Nebenwirkungen von Medikamenten, Unterzuckerung, psychische Störungen oder Tumorerkrankungen. Eine verstärkte Schweißproduktion sollte ärztlich abgeklärt werden, häufig werden jedoch keine speziellen Ursachen gefunden. Es gibt 2 Therapieformen zur Bekämpfung der Hyperhidrose:
Bei der Botulinumtoxin-Injektion wird im Bereich der störenden Schweißbildung über mehrere Einstiche Botulinumtoxin injiziert, manchmal wird vorher eine örtliche Betäubung vorgenommen. Botulinumtoxin (Botox) ist ein Stoff, der die Erregungsleitung von Nerven auf Muskeln und Schweißdrüsen hemmt. Daher kommt es bei diesem Eingriff nach etwa zwei Tagen zu stark eingeschränktem Schwitzen im jeweiligen Gebiet. Der Effekt hält mehrere Monate bis zu einem halben Jahr an, gelegentlich auch ein Jahr. Es bestehen aus wissenschaftlicher Sicht keine Bedenken gegen eine wiederholte Botulinumtoxin-Injektion, jedoch kommt es selten zur Immunreaktion mit Antikörperbildung, bei der der Wirkstoff abgeschwächt oder komplett nutzlos wird.
Mit einer Operation kann ein langfristiger Erfolg erzielt werden. Im Normalfall erfolgt eine örtliche Betäubung , eine Vollnarkose ist aber auch möglich. Es gibt drei Varianten:
1. Exzision:
Bei der Operation wird ein Hautstück im Bereich mit vielen Schweißdrüsen entfernt. Unter dem Schnittrand liegende Drüsen werden ausgeschnitten.
2. Kürettage:
Beim Abschaben der Schweißdrüsen wird die Haut kurzstreckig eingeschnitten. Ein spezieller Messerring wird unter die Haut im Bereich der Schweißdrüsen eingeführt und die innenseitig an der Haut liegenden Drüsen werden abgeschabt. Nachteil: Das Operationsgebiet kann nicht eingesehen werden und es lässt sich nicht beurteilen, wie viele Drüsen danach noch erhalten sind. Daher kann es öfter als bei der Exzisionsmethode auch später noch zu starkem Schwitzen kommen.
3. Absaugen der Schweißdrüsen:
Zunächst wird so viel stark mit Wasser verdünntes Betäubungsmittel injiziert, dass sich die Haut vom innen liegenden Gewebe hoch ablöst. Mit einer Kanüle werden dann die Schweißdrüsen abgesaugt, ohne dass Blutgefäße und Nerven in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch hier wird das Ergebnis dadurch beeinflusst, wie viele der Schweißdrüsen entfernt werden können, ohne dass der Eingriffsbereich eingesehen werden kann.
Weitere Behandlungsmethoden:
Eine Operation mit einem andersartigen Angriffspunkt ist die thorakale Sympathektomie. Hier geht man mit einem Endoskop in den Brustkorb und zerschneidet genau den Nervenstrang, der die Schweißdrüsen in der Hand versorgt, so dass auf diesem Wege das Schwitzen vermindert wird. In manchen Fällen kann auch eine spezielle Elektrostimulation im Wasserbad (Iontopherese) eine Besserung bewirken, wenn die Hände oder Füße zu viel Schweiß absondern.
Wie bei jeder der Operationsmethoden kann es zu Entzündungen und Blutungen kommen. Nerven können verletzt werden, dadurch kann ein Taubheitsgefühl verursacht werden. Des Weiteren sind Allergien auf verwendete Mittel möglich. Das Botulinumtoxin wird jedoch in der Regel problemlos vom Köper angenommen. Ziel der Behandlung ist nicht die völlige Ausschaltung der Schweißbildung, sondern die Reduzierung auf gesunde Werte.
