Zahnmedizin
Ästhetische Kompositfüllungen sind moderne zahnfarbene Füllungskunststoffe, die seit mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnten eingesetzt werden. Sie basieren auf Kunststoff und anorganischen Füllstoffen und stellen nicht nur aus ästhetischer Sicht eine Alternative zum Amalgam dar. Verglichen mit Goldinlays sind Kompositfüllungen eine relativ preiswerte Alternative.
In Abhängigkeit von der Mundhygiene ist die Lebensdauer dieser Füllmethode auf ca. 3 bis 6 Jahre begrenzt. Die Kosten einer Restauration mit Komposit liegen über denen einer klassischen Amalgamfüllung, da während der Verarbeitung dieser Kunststoffe spezielle Kenntnisse und eine geschulte Handhabung nötig sind, um ein qualitativ hochwertiges Ergebnis zu erzielen.
Veneers sind Verblendschalen und werden auf die Zähne, meist Schneide- und Eckzähne, aufgesetzt. Sie können aus Keramik, Kunstfoff und aus Komposite hergestellt werden. Veneers aus Komposite werden erst während der Behandlung angepasst und aufgetragen. Die Verblendschalen aus Keramik oder Kunststoff (Labside) werden bereits im Zahntechniklabor angefertigung in in der Zahnartztpraxis „angeklebt“ In der Regel verwenden Zahnärzte Veneers aus Keramik, weil sie sehr gut verträglich sind und optische ansprechender sind. Die Veneers sind hauchdünn und bedecken nicht wie eine Krone den ganzen Zahn. Sie können:
- Verfärbungen an Zähnen überdecken (alternativ zu Bleaching)
- Schiefe Zähne korrigieren (Zahnfehlstellungen)
- Zahnlücken schließen
- Zahnflecken abdecken
- Füllungen aus Amalgam verdecken
- Abgebrochene Ecken ersetzen
Der Eingriff dauert ca. eine halbe Stunde, da der Zahnarzt sehr sorgfältig arbeiten muss. Gute Veneers sind langlebig und können bis zu 15 Jahren und länger halten.
Eine Krone ist eine künstliche Überkronung des kranken Zahnes. Wenn eine starke Zerstörung des Zahnes vorliegt und dieser Defekt nicht mehr reparabel und heilbar, dann ist dies eine Indikation für eine Krone. Der Defekt kann durch eine Füllung oder Teilkrone nicht mehr versorgt werden. Man kann Kronen zum Schutz, zur Befestigung oder zur kosmetischen Verschönerung eines Zahnes einsetzen.
Die natürliche Zahnkrone wird präpariert und unter lokaler Betäubung geschliffen. Man nimmt dann von diesem präparierten Zahnstumpf einen Abdruck, der als Modell dient. Der Zahntechniker kann somit auf diesem Modell eine künstliche Krone fertigen. Während dieser Zeit wird der Zahnstumpf mit einer provisorischen Versorgung aus Kunststoff oder Metall geschützt. Die fertige Krone wird dann nach einer Kontrolle auf Ästhetik und Passgenauigkeit mit Zahnzement auf den Zahnstumpf befestigt. Das Zement ist sehr stark haftend und kann ohne Zerstörung nicht einfach abgenommen werden. Es gibt verschiedene Arten von Kronen:
- Vollguss-Kronen
- Verblend-Kronen
- Galvano-Kronen
- Vollkeramik-Kronen
- Stift-Kronen
Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel. Sie eignen sich aber nicht für jeden Patienten. Entscheidend sind Zustand des Kiefers (Oberkiefer, Unterkiefer, Höhe, Breite und Dichte des Knochens). Wenn die Voraussetzungen geschaffen sind, bohrt der Zahnarzt unter örtlicher Betäubung und Sedierung (selten in Vollnarkose) ein Loch in den Kieferknochen und schraubt das Zahnimplantat (künstliche Wurzel) ein. Anschließend näht er die Schleimhaut zu, um Entzündungen zu vermeiden und dem Zahnimplantat die Möglichkeit zu geben, einzuheilen.
Beim klassischen Verfahren wartet der Patient mehrere Monate bis der Zahnersatz auf die Zahnimplantate montiert werden kann. Die Implantate erhalten in dieser Zeit die Möglichkeit, sich mit dem Kieferknochen zu verbinden. Der Fachmann spricht von einer Osseointegration. Im Unterkiefer dauerte es etwa drei Monate, im Oberkiefer ca. sechs Monate.
Entscheidend für die Haltbarkeit von Zahnimplantaten ist eine gute Mundhygiene. Die Haltbarkeit nach fünf Jahren liegt bei 80 – 95 Prozent. Die Kosten für ein Zahnimplantat (ca. 1500 – 2000 €) sind erheblich. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen für ein Zahnimplantat einen Festzuschuss.
Eine Zahnbrücke ist ein künstlicher Zahnersatz, der durch die angrenzenden Zähne und deren Zahnhalteapparat (Kieferknochen und Zahnfleisch) getragen wird. Sie überbrücken den Platz von ein oder mehreren vorhandenen Zahnlücken. Anhand der Lage, Länge und Anzahl der Lücken, sowie der Haltbarkeit und Stabilität der noch vorhandenen Zähne, entscheidet der Zahnarzt wie die Überbrückung erfolgen und aussehen soll. Wenn die Nachbarzähne gesund sind und die Stabilitätskriterien erfüllen, so werden sie als Pfeiler für die Brücken beschliffen. Für jeden fehlenden Zahn sollten idealerweise zwei Brückenpfeiler vorhanden sein, um eine ausreichende Stabilität für die Brücke zu gewährleisten.
Im Gegensatz zu abnehmbaren Vorrichtungen, wie z.B. bei der Prothese können Zahnbrücken nicht herausgenommen und gereinigt werden. Sie werden vom Zahnarzt auf den noch existierenden und zurechtgeformten Zähnen befestigt und sind nicht mehr abnehmbar.
Die Anfertigung einer Brücke ähnelt der einer Krone. Sie unterscheidet sich lediglich in der zusätzlichen Fertigung eines form- und funktionsgerechten Mittelstücks, die als Ersatz für den fehlenden Zahn dient. Zunächst werden die Zähne, die die Lücke begrenzen, wie für Kronen präpariert und abgeformt. Im zahntechnischen Labor wird die Brücke dann hergestellt.
Sie besteht aus den zwei Kronen und ist in der Mitte mit einem Brückenglied verbunden. Während dieser Zeit werden die Lücke und die geformten Nachbarzähne mit einer vorläufigen Zahnbrücke bedeckt. Für die Herstellung einer Brücke werden die gleichen Materialien wie bei den Kronen angewandt.
Prothesen werden zur Versorgung zahnloser Kiefer eingesetzt. Eine Prothese ist ein herausnehmbarer Zahnersatz. Durch sie werden Kaufunktion, Sprache und Ästhetik wiederhergestellt. Prothesen kommen erst dann zum Einsatz, wenn ein Zahn nicht mehr erhaltungsfähig und erhaltungswürdig ist und wenn mehrere oder alle Zähne gezogen werden müssen.
Nachdem die Zähne gezogen wurden und der Kiefer völlig ausgeheilt ist, wird der endgültige Zahnersatz eingesetzt. Doch bis die Wunde am Kiefer ausgeheilt ist, können Monate vergehen, daher wird für die Überbrückung dieser Zeit, eine provisorische Prothese eingesetzt. Die provisorische Prothese wird gleich nach dem Eingriff (z.b. nach dem Zähneziehen) eingesetzt. Das Provisorium wird in den folgenden Wochen mehrmals korrigiert, weil sich Wundgebiet und Kiefer ändern können. Man verwendet als Prothesenmaterial oft abriebfestes Kunststoff. Keramikzähne werden nicht gerne verwendet. Obwohl sie echten Zähnen verblüffend ähnlich sind, zerbrechen sie schneller und klappern oft beim Zusammenbeißen (hohe Bruchgefahr).
Zur richtigen Konstruktion der Prothese werden zunächst Abdrücke vom Ober- und Unterkiefer genommen. Die Zahnform, Zahnfarbe, Bisshöhe und Bisslage werden für jeden Patienten individuell berechnet und zusammengestellt. Ein optimaler Sitz ist sehr wichtig. Die Prothese liegt der Mundschleimhaut direkt auf. Es gibt Teil- und Vollprothesen (gesamte Zahnsubstanz wird ersetzt). Prothesen haben gegenüber den eigenen Zähnen Nachteile. Das Hauptproblem ist, dass sich die Kieferknochen mit der Zeit zurückbilden und die Prothese nicht mehr so gut haftet wie früher.
